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------------ Astronomie in Zeiten des Coronavirus ------------

Die eigene Gartensternwarte

Bericht von Jens Meyjohann, 8.2.2021

Die Beobachtung des Himmels ist ein tolles Hobby. Es gibt so viel zu entdecken. Nach einiger Zeit des visuellen Beobachtens wollte ich das Gesehene gerne fotografieren. Es braucht allerdings jede Menge an Equipment und viel Zeit, die Objekte zu fotografieren. Die Ausrüstung abends im Feld aufzubauen, nach dem Fotografieren wieder einzupacken und müde nach Hause zu fahren, empfand ich auf Dauer als lästig.

Immer mehr kam der Wunsch nach einer eigenen Sternwarte, um möglichst lange belichten zu können. Inspiriert von Berichten aus Fachbüchern und Besichtigungen mehrerer privater Sternwarten bekannter Astrokollegen begann ich eine eigene Sternwarte zu planen.

Mehrere Konzepte habe ich durchdacht:
Eine Kuppelsternwarte ist elegant, aber der Bau ist sehr aufwendig. Eine fertige Kuppel zu kaufen kam für mich nicht in Frage, die Preise sind zu hoch. Eine Rolldachsternwarte und ein Dach, welches sich zweiseitig aufschieben ließe, kam aufgrund Platzmangels auch nicht in Frage.
Bei Recherchen im Internet fand ich einige Sternwarten mit aufklappbarem Dach; davon war ich fasziniert.

Mitte August 2020 war es dann soweit; ich entschied mich, das vorhandene Gartenhaus umzubauen. Die Wände sind aus 28 mm starkem Holz, ausreichend stabil und in gutem Zustand. Das Dach hatte die besten Zeiten hinter sich gebracht.
Für zwei neue Dachhälften habe ich Rahmen aus Konstruktionsholz gefertigt und mit 30 mm Sandwichplatten gedeckt.



Die Dachhälften wurden mit je drei Scharnieren, zunächst aus dem Baumarkt, gehalten.


Diese Scharniere aus dem Baumarkt erwiesen sich sehr schnell als ungeeignet, da eine Dachhälfte ca. 40kg zuzüglich 50kg Gegengewicht wiegt.


 
Daraufhin habe ich ausreichend stabile Scharniere anfertigen lassen. Hier zum Vergleich: Die Scharniere aus dem Baumarkt haben 3mm Materialstärke, die neuen Scharniere sind 10mm stark.


 
Die neuen Scharniere halten das Dach sehr gut. An den Dachhälften sind Hölzer für je 25 kg Gegengewicht angebracht.


 
Mit zwei Hebeln lässt es sich leicht öffnen und kann gegen Bewegung, durch Wind, gesichert werden.

Mitte Dezember 2020 habe ich die Gartensternwarte fertig gestellt. Einen Tag später konnte ich sie auch schon testen und ein „First Light“ aufnehmen.


 
Meine Sternwarte ist zurzeit mit einem 250 mm Schmidt Newton mit 1000mm Brennweite ausgerüstet, ein lichtstarkes F4 Teleskop. Getragen wird das Teleskop von einer Skywatcher EQ8 Montierung. Das Autoguiding erfolgt mit einem 60mm Leitrohr und dem MGEN 2 von Lacerta. Als Kamera dient eine unmodifizierte Canon EOS 80D.


 
Als erstes Bild habe ich den offenen Sternenhaufen M37 im Sternbild Fuhrman belichtet. Für dieses Bild sind insgesamt 100x30 s Lights, 30 Darks, 30 Bias und 30 Flats aufgenommen worden.


 
Das zweite Bild ist ein Schnappschuss, Messier 81 und Messier 82 im Sternbild großer Bär. Für das Bild sind 7x300 s Lights aufgenommen worden. Für die Korrektur wurden die Bias und Flats vom vorherigen Objekt verwendet.
Aufgrund einer Straßenlaterne in direkter Nähe ergeben sich Gradienten und Helligkeitsverläufe, die die Bildbearbeitung etwas erschweren. Je näher ich in den Zenit komme, bzw. nach dem Meridian Flip, desto weniger störend wirkt die Beleuchtung.

Ich freue mich sehr über die Fertigstellung der Gartensternwarte!
Jetzt kann ich endlich ohne viel Zeitaufwand meinem geliebten Hobby nachgehen :-)

Selbstverständlich danke ich jedem, der mir bei der Umsetzung meiner Pläne geholfen hat!




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