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------------ Astronomie in Zeiten des Coronavirus ------------

Eine riesige Protuberanz

Beobachtet von Dr. Thomas Kunzmann am 17. März 2021

Gegen 13:30 Uhr öffnete sich unerwartet eine Wolkenlücke und gab den Blick auf die Sonne frei. Im Weißlicht zeigte sich nur ein kleiner Fleck der Waldmeier-Klasse A aus der Aktiven Region AR 2810 im nordöstlichen Quadranten der Sonnenscheibe. Der Fleck wurde von einem Fackelgebiet begleitet. Ansonsten gab es so nichts weiter zu sehen. Ganz anders war der Anblick im Licht des Wasserstoffs, also in H-Alpha bei der Wellenlänge von 656 Nanometern. Aus dem nordöstlichen Sonnenrand erhob sich eine riesige Protuberanz bis in eine Höhe von ca. 100.000 km. Protuberanzen bestehen aus plasmaförmigem Wasserstoff, der entlang der magnetischen Feldlinien aus der Sonne aufsteigt. Die Größe einer Protuberanz lässt sich mit einem einfachen Dreisatz ermitteln, indem man den wahren Durchmesser der Sonne, also 1,5 Mio. km, durch den scheinbaren Durchmesser des Sonnenbildes dividiert und mit der scheinbaren Größe der Protuberanz multipliziert.

Sonne im H Alpha, 17.3.2021, Thomas Kunzemann

Die Beobachtung der Sonne erfolgte von meinem Beobachtungsbalkon aus mit einem Refraktor Vixen NA 140 mit 140mm Öffnung und 800 mm Brennweite auf einer Vixen GPDX Montierung. Das Licht wurde mit einem Herschelkeil gedämpft. Für die Aufnahme im Weißlicht habe ich die Aufnahmebrennweite mit einem 2x Konverter verdoppelt und eine Canon EOS 350 d
Spiegelreflexkamera verwendet. Das Bild der Protuberanz ist ein Stack aus einem AVI Film von 632 Einzelbildern. Gestackt und geschärft wurde in Registax, die weitere Bearbeitung geschah mit Fitswork und Photoshop. Als H-Alpha-Filter verwendete ich einen Lunt LS 60 F mit Blockingfilter 1800 und für die Aufnahme kam eine QHY 462 C Kamera zum Einsatz.

Leider hielt sich das gute Wetter nur etwa 2 Stunden. Deshalb konnte ich die weitere Entwicklung der Protuberanz nicht verfolgen.

Sonne im Weißlicht, 17.3.2021, Thomas Kunzemann




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