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------------ Astronomie in Zeiten des Coronavirus ------------

Die Venus - sie kommt immer näher!

Bericht von Thomas Hänel, 11.6.2020



Dass man durch Corona abends an seine Wohnung gebunden war, hatte auch Vorteile: so konnte ich zum Beispiel halbwegs regelmäßig abends von meiner Terrasse aus Aufnahmen von der Venus machen über ca. einen Monat. Diese sind jeweils mit Maksutov-Teleskop (127mm/1900mm) und Guiding-Kamera (keine Farbkamera) entstanden. Bei der Bildbearbeitung kam die sogenannte Lucky-Imaging Technik zu tragen: dabei wird ein Video von einem Planeten gemacht, die Einzelbilder werden nach Qualität geordnet, die besten herausgepickt und dann kombiniert. Damit kann die Auswirkung der Erdatmosphäre auf das Bild reduziert werden. Hier waren es jeweils Videos mit ca. einer Minute Länge, ca. 150 Einzelbildern und einer Belichtungszeit von je ca. 1,4ms. Genutzt wurden jeweils 20% der Einzelbilder. Im Gegensatz zu Mars und Jupiter lassen sich bei der Venus von der Erde aus im sichtbaren Bereich des Lichts keine Oberflächen- oder Wolkenstrukturen erkennen - dafür wäre z.B. ein UV-Passfilter nötig.

Die Venus wurde in der Zeit größer und sichelförmiger, da sie uns auf ihrer Bahn näher kam und wir gleichzeitig immer weniger von der beleuchteten Seite sehen konnten. Sie überholte uns dann am 3. Juni und wird in den nächsten Monaten stattdessen am Morgenhimmel sichtbar werden. Während der ersten Aufnahme am 7. April war die Venus noch ca. 0,63 Astronomische Einheiten (AE) entfernt. Eine AE ist der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne mit ca. 150 Millionen km. Sie hatte dann einen scheinbaren Durchmesser von ca. 27 Bogensekunden - eine Bogensekunde ist ein 1/3600 eines Grads. In der letzten Aufnahme vom 18. Mai war sie dann nur noch 0,33 AE entfernt und hatte einen scheinbaren Durchmesser von ca. 51 Bogensekunden. Am 3. Juni wären es gar 0,29 AE und 58 Bogensekunden gewesen. Seitdem wird sie wieder kleiner und entfernt sich.

Die Änderungen lassen sich in einer Animation teilweise noch etwas besser verfolgen:



Aufgrund von Wolken und das durch Bäume eingeschränkte Blickfeld von meiner Terrasse gelangen die Aufnahmen nicht ganz regelmäßig und nach dem 18. Mai dann gar nicht mehr. Der folgende Blick durch den Sucher des Teleskops zeigt die Schwierigkeit - oft musste ich das Zusammenfallen einer Wolkenlücke und einer Blattlücke abpassen. Dies ist auch Ursache der vereinzelten dunkleren Aufnahmen.



Die Zahlen zur Venus in diesem Bericht wurden mit Planetdroid und Stellarium ermittelt. Die Bildbearbeitung erfolgte mit Autostakkert und Gimp.

Spannend an dem kleinen Projekt fand ich es, unseren Flug durch das Sonnensystem gemeinsam mit den anderen Planeten ein Stück weit plastischer zu machen.




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