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Mondfinsternis 2019 aus der Timeline

(Bericht von Dr. Burkhard Lührmann, Januar 2019)

Für die totale Mondfinsternis am 21.01.2019, die für den Beobachtungsstandpunkt Deutschland für viele Jahre die letzte gewesen ist, wollte ich ein anderes Aufnahmeverfahren verwenden als in den Jahren 2015 und 2018. Damals wurde ein Zeitraffer aufgenommen, bei dem der zeitliche Einzelbildabstand 15 bzw. 30 Sekunden betrug. Daraus wurde jeweils ein Timelapse-Video erstellt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist eine relativ hohe zeitliche Auflösung, die in der Präsentation nur wenig ruckelt. Ein großer Nachteil bzw. ein schwierig zu lösendes Problem besteht darin, dass zwischen zwei Einzelbildaufnahmen kaum genügend Zeit bleibt, den Fokus zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Im Laufe der Nacht ändert sich die Umgebungstemperatur, was häufig zur Unschärfe führt. Dieses Mal sollte für mich eine maximal erreichbare Bildschärfe und eine Mondoberfläche sein, die sich während der Präsentation zeitlich nicht sichtbar bewegt.

Die folgende Abbildung zeigt die Mondoberfläche vom 28.09.2015, die bereits zum Teil in den Kernschattenbereich gelangt war.



Der Aufnahmeort war Hasbergen. Es kam die Reisemontierung Polarie und die Canon EOS 7D mit EF 70-300mm f/4.5-5.6 DO bei f=300mm zum Einsatz. Die Abbildung erfolgt hier pixel-to-pixel (ein Sensorpixel entspricht einem Bildschirmpixel bei unskalierter Browser-Einstellung). Der Fokus ist relativ gut getroffen. Mehr konnte mit dem Teleobjektiv nicht erreicht werden.

Die nächste Abbildung stammt vom 27.07.2018, die an der Sternwarte des NVO mit derselben Ausrüstung und Einstellung gemacht wurde.



Da die Mondfinsternis bei erheblichem Dunst in Horizontnähe begann, konnte die Bildschärfe nur sehr schwer eingestellt werden. Das Ergebnis war entsprechend schlechter als 2015. Auffällig sind die verschiedenen Durchmesser, die aufgrund der unterschiedlichen Abstände zwischen Erde und Mond entstanden. Während die totale Mondfinsternis 2015 bei weniger als 357.000 km Abstand stattfand, trennten 2018 die Mittelpunkte der beiden Himmelskörper gut 406.000 km.

Um die Abbildungsqualität weiter zu erhöhen, verwende ich für die aktuelle Mondfinsternis einen zeitlichen Einzelbildabstand von 10 Minuten. Dadurch kann jedes Mal sorgfältig neu fokussiert werden. Mehrere dicht aufeinander folgende Bilder liefern später das „lucky image“, welches weiterverarbeitet wird. Eine zusätzliche Qualitätsverbesserung wird durch den Einsatz einer anderen Kamera erreicht. Es handelt sich um die Kompaktkamera Sony DSC-RX10M4. Die verwendete maximale Brennweite beträgt 600mm (auf Kleinbild bezogen). Der Aufnahmeort ist Hasbergen.



Das Einzelbild sieht so aus:



Die größere Brennweite zeigt gegenüber den beiden ersten Abbildungen ihre deutliche Auswirkung. Der Mond befindet sich wieder in fast minimalem Erdabstand von 357.340 km. Die Abbildungsleistung ist sehr gut und kann nur noch mit einem Teleskop erheblich gesteigert werden.

Der komplette Frame sieht so aus:



Er zeigt den Blutmond in seiner ganzen Pracht. Auch einige Sterne sind zu sehen.
Da die Reisemontierung nur grob ausgerichtet ist, wandert der Mond mit der Zeit aus dem Bildfeld, sodass Nachjustierungen erforderlich sind. Um die Mondscheibe zur weiteren Verarbeitung genau in der Bildmitte zu halten, wird jedes Foto mittels Photoshop von Hand verschoben und gedreht. Dieser enorme Arbeitsaufwand ließ sich bei der bisherigen Verfahrensweise mit hunderten von Fotos nicht machen. Hier fallen im Zeitraum von 3:30 Uhr bis 8:00 Uhr aber nur 28 Bilder an.
Fertig ausgerichtet sieht ein Einzelbild dann so aus:



In pixel-to-pixel Darstellung ergibt sich



Da sich aus 28 Bildern kein sinnvoller Zeitraffer zusammensetzen lässt, werden sie in der Timeline der Foto- und Videoverarbeitungssoftware Wings Platinum einzeln eingesetzt. Jedes Bild verweilt für 3 Sekunden und wird innerhalb dieser Zeit vom Vorbild eingeblendet und vom nachfolgenden Bild überblendet. Dadurch ergibt sich eine nahezu übergangsfreie und völlig ruckfreie Präsentation.



Das Ergebnis ist hier zu sehen:


An dieser Stelle möchte ich mich noch bei meinem Vater bedanken, der mir seine Kamera für diese MoFi zur Verfügung gestellt hat.

(zurück)




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